SPD an der Seite der Senvion-Beschäftigten

Nach gemeinsamen Gesprächen mit Wirtschaftsminister Meyer mit dem Senvion-Betriebsrat sowie der Unternehmensleitung zeigen sich die nordfriesischen Sozialdemokraten solidarisch mit den beschäftigten des Unternehmens. Der SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Matthias Ilgen erklärt dazu: „Die Unternehmensleitung liefert bezüglich Produktionskosten für 2MW Anlagen in Husum im Vergleich zum Werk in Portugal diametral andere Zahlen als wir hier aus der Belegschaft erfahren haben.

Wir hoffen, dass die IG Metall und der Betriebsrat in ihren Verhandlungen mit der Firmenleitung für Aufklärung sorgen kann. Standorte zu schließen, wenn sie noch profitabel sind bzw. nach vertretbaren Investitionen am Standort andere Produkte herstellen können, ist Heuschrecken-Kapitalismus und hat mit sozialer Marktwirtschaft nichts zu tun.“

SPD-Landtagskandidat Ralf Heßmann ergänzt: „Die Beschäftigten, die über Jahrzehnte den Unternehmenserfolg ermöglicht haben, werden nun nur noch als Kostenfaktor mit Ohren angesehen. Das ist kein angemessener Umgang mit Menschen, die lange Jahre die Seele des Betriebes hier auf der Husumer Schiffswerft waren und sind. Es verunsichert die Familien der Mitarbeiter weiter, wenn wir bis heute von der Unternehmensführung keine konkreten, nachvollziehbaren Zahlen über die betroffenen Mitarbeiter hören und welche Angebote ihnen gemacht werden sollen. Insbesondere für die 18 Auszubildenden trägt das Unternehmen eine besondere Verantwortung aus der wir es nicht so einfach entlassen werden.“

Auf noch mehr Unverständnis trifft bei den Sozialdemokraten die Ankündigung, dass auch die Service-Dienstleistungen in Husum wegfallen und stattdessen an einen Standort in Schleswig verlagert werden sollen: „Die überwiegende Mehrheit der von Senvion gewarteten Anlagen steht an der Westküste Schleswig-Holsteins. Es erscheint mehr als widersinnig, wenn hier mit Effizienzsteigerungen bei der Schließung des Service-Standortes Husum argumentiert wird, denn in der Summe werden die Fahrtwege für Monteure länger. Es drängt sich uns der Eindruck auf, dass es dem Konzern nur noch um einen möglichst lukrativen Verkauf des Husumer Betriebsgeländes in einem Stück geht. Das werden wir nicht so einfach hinnehmen! Wir fordern den Bürgermeister und die Stadtvertretung auf, in den von Reinhard Meyer einberufenen Standort-Gesprächen mit Gewerkschaft und Unternehmen klare Position zu beziehen und deutlich zu machen, dass das Planungsrecht die Möglichkeit eröffnet, dem Unternehmen einen lukrativen Verkauf unmöglich zu machen. Husum darf sich von einer amerikanischen Kapital-Heschrecke wie Centerbridge nicht alles bieten lassen und muss klarmachen, dass in Deutschland eine faire, soziale Marktwirtschaft Vorfahrt vor reinen Profitinteressen hat.“, so Ilgen abschließend.